Zurück in Asien

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kurz vor dem Abflug in Frankfurt

Mein Flieger landete früh morgens in Bangkok. Back in asia! Nach sechs Monaten in Deutschland war ich froh, wieder zurück in Thailand angekommen zu sein. Als buddhistischer Mönch in einem buddhistischen Land zu leben, ist eine komplett andere Erfahrung, als in Europa zu wohnen.

Bevor ich in den Flieger stieg, habe ich meine Schuhe, Jacke, Mütze etc. ausgezogen und dem Service Staff vom WC am Flughafen gespendet. Vor ein paar Tagen hatte ich noch den Schnee von den Buddha Statuen in Buddhas Weg (meinem Kloster im Odenwald) gewischt und den Abend vor meinem Abflug gab es Kinderpunsch auf dem hamburger Weihnachtsmarkt.

In Thailand erwarteten mich über 30 Grad. Barfuß, ohne Geld und nur mit dem nötigsten im Gepäck, war ich also in Bangkok angekommen. Besonders für Westler ist es häufig schwer, sich vorzustellen, mit wie wenig Dingen man zufrieden sein kann. Der Buddha hat es uns vorgelebt. Nur mit seinen drei Roben, der Bettelschale und einigen Kleinigkeiten wie Rasierer, Messer, Nadel und Faden im Gepäck zog er durchs Land. Frei wie ein Vogel, getragen vom Wind.

Seinen Mönchen hat er zu dem gleichen Lebensstil geraten. Die letzten drei Jahre hatte ich sehr einfach gelebt und war auch einige Wochen auf Tudong-Wanderschaft in Myanmar und Deutschland gewesen. Der jetzige Trip in Thailand sollte jedoch eine völlig neue Erfahrung werden. Ich kannte kaum jemanden in Thailand und war nur ausgerüstet mit meinem Vertrauen in den Pfad und meinem guten Karma.

Mein erstes Ziel war Yasothon, 500 km entfernt von Bangkok, im Osten Thailands. Dort fand ein Einweihungsfestival für eine neu errichtete Pagode statt. Viele meiner Brüder, die ich aus dem Pa-Auk-Kloster in Myanmar kannte, waren dort hingefahren. Das schien mir ein guter Start für die ersten Wochen in Thailand zu sein. Auch wenn es sicher eines Bhikkhus würdig gewesen wäre, die Strecke zu Fuß anzutreten, entschied ich mich diesmal für den Bus.

14.jpgAlso ab zum Schalter und ein Ticket reservieren, zahlen kann man ja sicher mit Kreditkarte. So einfach könnte es sein. Für Mönche sieht der Reiseplan jedoch etwas anders aus. Entweder reist man zusammen mit einer Kapia (Helfer für Mönche), die dann alles weitere organisiert und bezahlt oder man macht es auf die alte, traditionelle Weise. Dann heißt es, entweder wandern oder auf Pindapata gehen. Letzteres ist das Pali-Wort für Spenden sammeln. In buddhistischen Ländern gehört es zum Tagesablauf der Mönche, am frühen Morgen durch die Dörfer zu ziehen und Essensspenden einzusammeln. Das unterstützt die Entwicklung von Bescheidenheit, fördert die Verbindung zu den Laien und nicht zuletzt füllt es den Magen.

wp-1455270436474.jpegDie Laien geben mit großer Freude und Hingabe. Es ist Teil ihrer Religion, ihrer Praxis, sich in Mitgefühl und Freigebigkeit zu üben. So profitieren alle gleichermaßen vom Pindapata. Dabei betteln Mönche nicht, wir stehen in Stille, mit Achtsamkeit und Freude im Herzen. akzeptieren was auch immer in unsere Schale gelegt wird. Nur Geld lehnen wir ab, sonst wäre sie, ganze Aktion, ziemlich armselig. Wir können jedoch Medikamente, Seife und dergleichen erhalten. In meinem Fall war es ein Ticket, das ich benötigte.

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Ich stand ca. 3 Min., als eine ältere Thai-Lady mir höflich entgegentrat und mich fragte, was ich benötige. Sie kaufte das Ticket für mich und 5 Min. später saß ich im Sky-Train, unterwegs zum Busbahnhof. Mein Karma war mir gut gesonnen. Von den ersten Minuten meiner Ankunft bis zum heutigen Tag habe ich enorme Unterstützung von den Thais erhalten. Mit so viel Freundlichkeit, Höflichkeit und Spendenbereitschaft, hatte ich nicht gerechnet. Im Sky-Train traf ich einen jungen Mann, den ich nicht davon abhalten konnte, meine Tasche zu tragen und mich bis zum Busbahnhof zu begleiten. Angekommen im Mochid-Busterminal traf ich auf zwei Backpacker aus Polen. Sie spendeten mir spontan eine Sim-Karte + Guthaben und boten mir Getränke an. Wir saßen einige Stunden zusammen, sprachen über Dhamma und meditierten. Dann stieg ich in den Bus nach Yasothon.

Das Dhamma floss und ich wurde wahrlich getragen.Welcome back in Thailand

Dhamma talk am Busbahnhof Mochid
Busbahnhof Mochid Bangkok

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