Road Trip in to the blue

Ein paar Tage bevor mein Flieger nach Thailand ging, erhielt ich eine Einladung von einem befreundeten Thaibruder, den ich aus Myanmar kannte. Er lud mich auf eine Thailand-Tour ein. Es sollte ein Road-Trip werden, in dem wir das ganze Land bereisen wollten. Großzügige Spender hatten einen Jeep mit Fahrer und ausreichend Bargeld für die dreißigtägige Tour dargeboten. Die enorme Hingabe und Spendenbereitschaft der Thais verblüfft mich immer wieder!

20160103_160545.jpgDer Trip klang sehr verlockend, dennoch musste ich dieses Mal dankend ablehnen. Ich kannte diese Touren aus Myanmar. Das Programm lautete meistens Pagoden, Tempel, Chedis und dann wieder Pagoden… und dann noch eine und noch eine… Das kann am Anfang sehr inspirierend sein, aber spätestens nach der zwanzigsten Pagode wird es etwas anstrengend. Dieses Mal war ich nach Thailand gekommen, um die heiligen Plätze im Inneren meines Geistes aufzusuchen. Zunächst stand Simplicity und Innenschau auf dem Programm.

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Dafür hatten wir in den Bergen von Mae Hong schon ausreichend Zeit gehabt. Das Team, das mit dem Jeep unterwegs war, hatte nach meiner Ankunft in Thailand noch ein paarmal angefragt, ob sie uns nicht irgendwo einsammeln könnten. Während unseres Thudong-Trips war daran jedoch nicht zu denken. Aber jetzt sollte sich das Blatt wenden.

 

 

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Als wir in Chiang Rai ankamen, wartete schon das Team mit dem Jeep auf uns. Dieses Mal gab es kein Zurück mehr; wir willigten ein. Zu meiner Überraschung, sollte es eines der besten Road-Trips werden, die ich je erlebt hatte. In dieser Phase unserer Reise, passte die Tour auch gut ins Programm. Es war eine Abwechslung nach Tagen der Wanderschaft – und mein Visa-Problem war damit auch gelöst.

 

 

Am kommenden Morgen starteten wir gen Norden, in die Berge von Chiang Rai. Die Tour führte uns zu vielen großartigen Lehrern und kraftvollen Plätzen. Es sind zu viele, um sie hier alle aufzulisten. Deshalb werde ich euch nur von den Highlights berichten.


 

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Wat Tam Deu Tho

Meine persönliche Nr. 1 ist Wat Tam Deu Thon. Ein stilles Waldkloster mit ursprünglicher Natur und einer Vielzahl von Höhlen. Der Lehrer ist sehr bekannt und gibt auch Retreats in Europa und den USA. Er verbindet klassische Satipatthana-Meditation mit Kundalini-Yoga.

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So eine Offenheit ist bei Theravada-Mönchen nicht leicht zu finden. Nach seiner Aussage, erinnerte er sich an eines seiner vergangenen Leben, in dem er als Yogi Kundalini praktiziert hatte. Die Arbeit mit den Chakren und feinstofflichen Energien war aufgrund dessen eine natürliche Praxis für ihn. Auch kannte er sich gut mit Jahnas (meditativen Versenkungen) aus.

 

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Der komplette Klosterwald strahlte eine enorme Stille aus. Alles war sauber und gepflegt. Die Mönche verstanden sich in Gastfreundschaft und taten alles, um unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

thumbs_1-33.jpeg Sie zeigten uns die nahe gelegenen Höhlen, die für die Meditation hergerichtet waren. Die größte Höhle war ca. 15 – 20 Meter tief und das nicht waagerecht, sondern senkrecht. Auf Leitern ging es tief hinunter, bis wir zu einer großen Wölbung gelangten. Am Ende einer von der Natur geformten „Meditationshalle“ war ein Buddha-Schrein und für die Meditation hergerichtete Plätze.

images.jpegWir saßen für einige Zeit in Stille. Eine Stille, die tief in den Geist eindrang. Es schien, als wenn die Gedanken von der Dunkelheit verschluckt würden. Alles was blieb, war Stille und tiefer Frieden. Es gibt einige solcher Kraftplätze in Thailand, aber diese Höhle strahlte eine Ruhe aus, die ich selten erlebt hatte.

2016-01-13-21-10-39-1546450679.jpegDas gesamte Kloster hatte diese Energie, wenn auch nicht so stark wie in der Höhle. Als wir zum Gespräch mit dem Lehrer eingeladen wurden und uns zu seinen Füßen setzten, wurde mir sofort klar, woher diese tiefe Stille kam. Die Energie, die von ihm ausging, war dieselbe, wie die in der Höhle. Er schenkte mir sein Buch und erzählte etwas über das Kundalini-Yoga.

20160103_081700.jpgWir hatten Einiges gemeinsam. Ich fand heraus, dass er früher auch mit Goenka meditierte. Außerdem war er der erste Thai-Mönch in Pa Auk Tawya Myanmar gewesen (wo ich zweieinhalb Jahre praktiziert hatte). Am nächsten Morgen mussten wir weiter. Wat Tam Deu Thon ist aber definitiv ein Platz, an den ich zurückkehren werde.

 

Schaut doch mal auf der Klosterwebseite vorbei.

oder schaut euch das Video von der Entstehung des Klosters an.

 



 

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Wat Phra That Si Chom Thong

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In Chiang Mai lebt der wohl bekannteste Satipatthana-Lehrer Thailands. Er ist auch eines der ältesten und respektiertesten Mönche des Landes. Der Tempel Wat Chom Thong ist ein Pilgerort, den täglich viele hundert Thais besuchen. Er beherbergt Buddha-Reliquien und hat einen hübschen Cedi.

 

 

 

20160103_124225.jpgWir erreichten das Kloster früh am Morgen, um dem Lehrer, Ajahn Phra Rajapromajaan, Respekt zu zollen. Wir besuchten auch das angeschlossene Meditations-Centrum. Die Meditationshalle war mächtig, sie glich einem kleinen Stadion. Das war aber auch kein Wunder, denn in dem Kloster leben über 300 Meditierende. Die Praxis besteht aus Geh- und Sitz-Meditation im Wechsel. Dafür braucht man viel Raum. Gelehrt wird, wie in einer Vielzahl von Thai-Klöstern, nach Mahasi, einem burmesischen Lehrer, der Achtsamkeitstraining mit “labeling” in den Vordergrund stellt.

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Das Kloster ist sehr wohlhabend. Das Hauptgebäude gleicht einem Sternehotel. Die Anlage ist sauber und gepflegt. Jeder Meditierende bekommt sein eigenes Kuti (Hütte) mit Bad und WC. Wer sich für die Mahasi-Methode interessiert, findet hier wohl den besten Platz in Thailand.

 

 

für mehr Infos zum retreat center  KLICK HIER

 



 

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The UFO Spot

Unsere letzte Destination war eine UFO-Beobachtungsstation. Das Kloster lag auf dem Gipfel eines Berges. Auf den ersten Blick war es klein und unscheinbar. Seine Schönheit kam erst in der Nacht zum Vorschein. Es offenbarte sich uns ein Himmelszelt von ungemeiner Klarheit. Die Gegend um das Kloster war trocken und wüstenartig. Die besten Bedingungen für die Sternenschau oder auch UFO-Schau. Angeblich hatten hier viele Menschen zuvor UFOs gesichtet und auch Kontakt zu extraterrestrischen Leben gehabt. Ich nehme diese Geschichten immer mit etwas Abstand und Humor.

Wir lagen die Nacht über im Freien und beobachteten den Sternenhimmel. Es waren auch einige ungewöhnliche Lichter zu sehen. Sterne, die in allen Regenbogenfarben flimmerten, sich seltsam bewegende Lichter usw. Ich hielt diese jedoch eher für reguläre Flugobjekte oder Satelliten. Aufgrund des klaren Himmels konnte man diese hier nur wesentlich besser sehen. Ich denke mit etwas Phantasie hätte man diese Lichter durchaus für UFOs halten können.

20160103_160917.jpgAm frühen Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, passierte jedoch etwas Seltsames. Ich wachte von einem feinen Sprühregen auf. Es war keine Wolke am Himmel und der Mond strahlte hell. Über mir war nichts zu sehen und dennoch fiel ein feiner Nebel, wie aus einer Pflanzen- Sprühflasche auf mich nieder. Die Flüssigkeit roch nach einem Pflanzenextrakt, es war jedoch kein Baum in Reichweite. Außerdem hätte ein Baum kaum so einen Sprühregen produzieren können. Der Geruch war so extrem, dass ich aufstand und duschen ging. Der Geruch ließ sich jedoch kaum abwaschen. Mein Schlafsack und Kopfkissen rochen auch sehr stark nach dem Pflanzenextrakt.

Als die anderen aufgestanden waren, erzählte ich ihnen, was passiert war. Ich ließ sie an meinen Händen und dem Schlafsack riechen. Zu meinem großen Erstaunen konnte keiner meiner 4 Begleiter einen Geruch feststellen. Ich konnte es kaum fassen, auch nach mehrmaligem Untersuchen konnte keiner von ihnen etwas Ungewöhnliches riechen. Für mich war der Geruch so stark, dass ich ihn kaum aushielt. Er begleitete mich noch den Tag über und verflog dann allmählich. Das Erlebnis ist bis heute noch ein Rätsel für mich. Meine Brüder sagten, dass es eine Segnung von „devas“ gewesen sei. Was auch immer es war, ich werde es wohl nie herausfinden. Die Erfahrung bleibt jedoch und wird mir immer in Erinnerung bleiben.

 



 

The great Hermit

Am letzten Tag namen wir an einer Einweihungszeremonie für ein neues Meditationszentrum teil. Dieses war jedoch kein klassisch buddhistisches Zentrum, sondern eine Gemeeinschaft aus der Einsiedler Tradition. Viele der Mitglieder hatten (nach ihrer Aussage) übernatürliche Kräfte entwickelt. In der Meditation beschäftigten Sie sich damit, diese Kräfte zu verfeinern bzw. zu stärken. Die Zeremonie war teils buddhistisch Tradition aber mit Einfluss einer art Wudu Zauber.

Nach der Zeremonie wurden wir eingeladen den bekanntesten Einsiedler der Region zu besuchen. Das war eine ganz besondere Erfahrung! Seht selbst… Video oben

 

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