Mudita Projekt

 Mudita Projekt

The joy of sharing

 

Was und Wer?

Screen Shot 2016-07-20 at 09.55.46Mudita e.V. ist ein Verein in Hamburg, der Hilfsprojekte in Myanmar unterstützt und selber aufbaut. Wir haben im letzten Jahr mehrere Hilfsaktionen in der Klosterschule Aung Myae Oo (kurz AMO) in Sagain durchgeführt. Jetzt geht Mudita e.V. in die nächste Runde. Anfang 2017 wird Das Projekt Mudita am Inle-See in Myanmar umgesetzt. Das geplante Projekt wird aus einer Schule, einem Trainings-Center und einem Heil- und Meditations-Zentrum bestehen.

DSC07661Bhante Mokkhita: Ich bin seit 3 ½ Jahren buddhistischer Mönch in der Thervada-Tradition und habe in Pa Auk, einem Kloster im Süden Myanmars, ordiniert. Ich lebe zur Hälfte des Jahres in Asien (Thailand/Myanmar) und zur Hälfte in Deutschland im Kloster/Gesundheitszentrum Buddhas Weg. Mein bürgerlicher Name ist Markus Meier. Ich bin 1982 in Hamburg geboren. Bevor ich ordiniert wurde, habe ich im Marketing und Management gearbeitet. Zuletzt habe ich eine Ausbildung zum Heilpraktiker gemacht und verschiedene Heiltechniken in Asien und Europa erlernt.

 

Video Über AMO

Video from AMO Monastic education school

 

Video Über unser neues Projekt

Video from our new charity project

 

 

Hier kannst Du den Artikel als PDF herunterladen  MUDITA E.v.

Infoblatt über unser Projekt Informationsblatt über die Mudita e

Infoblatt Über den Künstler Sein Aung Art

Einladung zu unserem benefiz Kunst und Kultur  Event Gut Basthorst

Invitation to our charity art and culture festival Event Gut Basthorst

 

 

Wie hat alles angefangen?

2014 hat mich Silvan von der Heft Foundationfarbig-gross eingeladen, nach AMO zu kommen. Er ist Lehrer und hat mit seiner Frau Veronica, einer Krankenschwester, drei Einsätze von je einem Monat in der Klosterschule durchgeführt.

AMO ist eine Klosterschule mit über 2500 Kindern. Viele der Kinder sind Waisen oder stammen aus sehr armen Familien. Sie werden teilweise einfach in der Schule “abgegeben”, ohne dass ihr Name, ihre Eltern oder der Wohnort bekannt sind.Der Abt nimmt all diese Kinder wie seine eigenen auf und gibt ihnen Unterkunft, Essen, Kleidung, medizi­nische Versorgung und Bildung.

 

 

Die Institution Klosterschule war in den vergangenen 60 Jahren häufig die einzige Einrichtung, die sich um diese bedürftigen Kinder gekümmert hat. Die meisten Kinder, die in AMO leben werden als Novizen ordiniert.

Die Schule hat jedoch nicht genügend Raum für alle Kinder. Die Klassenräume sind überfüllt mit bis zu 100 Schülern. Die hygienischen Bedingungen in der Schule sind katastrophal. Es fehlt an qualifiziertem Personal, sauberem Wasser, Infrastruktur und einer guten Klosterorganisation. Das führt dazu, dass sich Infektionskrankheiten schnell ausbreiten und die Kinder häufig unterversorgt sind.

3Der Hauptgrund für diese Zustände ist mangelndes Wissen. Myanmar hat durch die vergangenen 60 Jahre Militärdiktatur eines der schlechtesten Bildungssysteme der Welt. Freies Denken an den Schulen wurde nicht gefördert. Lehrer erhalten teils nur 50 US-Dollar im Monat und sind kaum ausgebildet. Wissen über Hygiene, Entstehung von Krankheiten, gesunde Lebensführung, Umwelt­schutz usw. ist kaum vorhanden. Darum ist eines unserer Hauptaufgaben, Wissen in vielen Be­reichen zu vermitteln, um nachhaltig  gesunde Strukturen zu schaffen.

IMG_20160619_122346Im März 2016 war ich das erste Mal vor Ort, um Veronikas und Silvans Projekt weiterzuführen. Die Heft Fundation (health and education for tomorrow) hat in der Schweiz über 10.000 € an Spenden gesammelt, die es jetzt galt, richtig einzusetzen. Silvan und Veronika waren 3mal von Herbst 2014 bis Ende 2015 in AMO, insgesamt 3 Monate. Sie haben Reinigungsaktionen durchgeführt und Kurse gegeben.

thumb_DSC_0509_1024Eingefahrene Strukturen zu verändern ist jedoch nicht leicht. Kleine Veränderungen waren zu sehen, aber der Müllberg, den sie im Kloster beseitigt hatten, war nach kurzer Zeit im gleichen Ausmaß wieder angewachsen. Die Kinder, die sie behandelt hatten, kamen nach kurzer Zeit wieder mit Fieber und vereiterten Wunden in die Klinik.

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Wirkliche Hilfe kann also nur “Hilfe zur Selbsthilfe” sein.

Um dies umzusetzen, haben wir:

  1. … eine Verbindung zu der lokalen Bevölkerung und den Mönchen in AMO aufgebaut. (Der Mangel an Verständnis über die lokalen Strukturen führt bei vielen Hilfsorganisationen nicht zum gewünschten Erfolg und nachhaltiger Hilfe.)
  2. … die Lösungsansätze selbst vorgelebt und dadurch eine Vertrauensbasis und Inspiration geschaffen.
  3. Schulungen angeboten, um Wissen weiterzugeben.
  4. Organisationsstrukturen geschaffen, damit die Schule auch nach unserer Abreise gut weitergeführt werden kann.
  5. … weitere Unterstützung sichergestellt (finanziell und organisatorisch), damit die positiven Veränderungen Bestand haben.
  6. … regelmäßige Video-Konferenzen eingeführt, um informiert zu bleiben und weiterhin motivierend, inspirierend und unterstützend einzuwirken.

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Bei meinem ersten Einsatz hatte ich zunächst einen Großputz organisiert, die vielen Infektions­krankheiten der Kinder behandelt und die Klinik mit Medikamenten neu ausgestattet. Ich habe das Personal in der Kloster-Medizin-Station geschult. Durch meinen Beruf als Heilpraktiker habe ich das nötige Wissen und Verständnis, das vor Ort leider häufig fehlt. Das Wissen über die Entstehung von Krankheiten, Infektionen und Hygiene  etc. ist in Burma sehr gering.

IMG_4375Auch Organisationsstrukturen im Büro, Lagerraum, Klinik und Bibliothek waren kaum vorhanden. Durch kleine Schulungen meinerseits konnte dies verbessert werden. Die Zeit reichte jedoch nicht aus, um alle Bereiche auf Vordermann zu bringen. Deshalb habe ich eine Gruppe von ca. 10 Lehrern und die Abteilungsleiter auf eine Schulung nach Phaung Daw Oo (PDO) geschickt.

PDO  PDO ist die größte Klosterschule Burmas mit über 8000 Schülern und ca. 400 Lehrern. Hier werden auch Kurse für externe Lehrer und Kloster-Manager durchgeführt. Für ein ausführlichen Bericht über meinen ersten Einsatz in AMO mit Bildern und Videos klicke hier klick hier

Rückkehr einige Monate später im Juni 2016:

IMG_2713Diesmal hatte ich Verstärkung mitgebracht. Zwei weitere westliche Mönche und zwei Volontäre aus Deutschland und den USA kamen zur Unterstützung mit. Wir machten da weiter, wo ich aufgehört hatte. Cleaning, schulen und strukturieren. Die Schulung der Lehrer hatte Früchte getragen. Eine Verbesserung der Kloster-Organisation war zu sehen. Jetzt hieß es, diese Strukturen zu festigen und für ein nachhaltiges eigenständiges System zu sorgen.

Kurz gefasst waren es 4 Programme, die wir durchgeführt haben:

IMG_27151. Säuberung der Schule: Es wurde eine Karte der Schule erstellt (Action Map), um Bereiche einzuteilen. Dann wurden die Bereiche markiert, an denen der meiste Müll und Unrat lag. Um diesen zu beseitigen, wurde ein Kloster-Großputztag einberufen. 2500 Schüler und alle Lehrer waren beteiligt.

IMG_5864Den Klassenlehrern wurden Aufgabenbereiche zugeteilt, die gemeinsam mit ihren Schülern zu reinigen waren. Supervisors checkten, ob die Bereiche auch wie vereinbart gesäubert wurden. Eine solche Organisation in Myanmar durchzuführen war eine echte Herausforderung. Aufgrund unseres Motivationsvortrags vor allen 2500 Schülern und unserem tatkräftigen persönlichen Putz­einsatz ist es uns jedoch sehr gut gelungen. Nach nur 8 Stunden war die Schule komplett gereinigt und von über 5 Lastwagen-Ladungen Müll und Unrat befreit.

2. Aufstellen eines Schulputzplans:Nachdem die Schule nun blitz-blank geputzt war, musste sichergestellt werden, dass dieser Zustand auch Bestand hat. Wir haben Reinigungsstandards und tägliche Ablaufpläne entwickelt und die Lehrer geschult. Grundlage für die täglich stattfindende Reinigung ist die von uns erstellte Action Map und die Excel Tabellen, in denen alle Schüler und Lehrer aufgeführt sind.

3. Regelmäßiges Waschen der Kinder und ihrer Roben: Das Hauptprobleme in AMO ist, dass sich die Kinder häufig über viele Tage nicht waschen und  auch ihre Roben teilweise stark verschmutzt oder sogar mit Blut und Eiter verkrustet sind. Folglich breiten sich Infektionen leicht aus und Wunden infizieren sich.

thumb_DSC_0302_1024Wir haben die Kinder in Gruppen eingeteilt und den Klassenlehrern zugeordnet (je 1 Lehrer zu 5 Kindern). Diese werden zu verschiedenen Waschzeiten an jeweils 3 Waschplätze geschickt. Auch hier geht es um die Nachhaltigkeit dieser Aktion. Deshalb wurden die Kinder zunächst über die Wichtig­keit von Hygiene, Krankheitsübertragung etc. in den Klassenräumen informiert.

Das abendliche Duschen gehört jetzt zur Klosterroutine und wird spielerisch anhand von Singspielen mit den Kindern durchgeführt. Niemand hatte ihnen bisher gezeigt, wie man sich richtig wäscht und die Zähne putzt. Es wurde sichergestellt, dass jedes Kind genügend Roben erhält und diese regelmäßig von ihnen selber gewaschen werden.

thumb_DSC_8713_10244. Kloster-Organisation:Das Errichten einer guten Leitstruktur ist essentiell für jede Schule oder Organisation dieser Größe. Der Leiter der Schule ist der Abt Sayadow Vilasa. Er ist ein herzensguter Mönch, der aber Organisation und Management nie gelernt hat. Wie in den meisten Klöstern üblich, läuft alles über den Abt persönlich. Er ist damit häufig überfordert und kann die Klosterschule nicht angemessen leiten.

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Wir haben häufig mit ihm über die Probleme in AMO gesprochen. Er ist sich darüber bewusst, weiß jedoch häufig nicht, wie er die Probleme lösen soll. Die Hauptprobleme sind mangelndes Wissen und fehlende Kenntnisse über Organisationsstrukturen.

 

Deshalb haben wir eine neue Klosterorganisation aufgestellt.

  1. Zunächst wurde ein Konto eingerichtet, auf das die Heft-Foundation Gelder überweisen kann. Ein Kassenwart wurde geschult und eingesetzt. Er ist auch der Kloster-Chauffeur und kann somit Einkäufe für die Heft-Foundation erledigen.
  2. Eine Kontaktperson für unsere Foundation wurde geschult und mit den nötigen technischen Geräten wie z. B. Handy und Tablet ausgestattet.
  3. 20160706_074512Die Bibliothekarin arbeitet nach ihrer Schulung in Phaung Daw Oo jetzt mit einem Computer. Neuer Bücher wurden gekauft und die Bibliothek besser sortiert
  4. thumb_DSC_0539_1024Das Personal in der Kloster-Medizin-Station wurde intern geschult und der Medikamenten­vorrat wieder aufgefüllt. Der Behandlungsraum war sehr schmutzig und unorganisiert. Jetzt wird mehr auf Hygiene geachtet und das Personal kann gezielter behandeln. Durch die ver­besserte Organisation kann Medikamentenknappheit schneller erkannt und nachbestellt werden.
  5. Lagerraum: Der Lagerraum des Klosters ist angefüllt mit Stiften, Heften, Schuhen, Hand­tüchern etc. Diese liegen jedoch kreuz und quer in Kisten verstaut. Vieles ist also vorhanden, doch niemand hat einen Überblick, wo was zu finden ist. Der Platz im Lagerraum war auch viel zu klein. Deshalb wurde der Lagerraum um etwa die Hälfte erweitert. Wir haben neue Regale anfertigen lassen und aufgestellt sowie neue Lagerungskisten besorgt. Alle Artikel wurden gereinigt und neu sortiert. Dazu waren dutzende Novizen und Helfer 3 Tage lang beschäftigt. Alle Artikel wurden in Excel-Listen eingetragen und den neuen Boxen zuge­ordnet. Der Lagermeister ist der einzige, der Zugang zu dem Raum hat. Er führt die Listen und gibt die Artikel heraus.
  6. Auch das Klosterbüro arbeitet jetzt miteinem Computer. Die Buchführung und die Transparenz wurden verbessert.20160215_141347.jpg
  7. Die Novizen erhalten ein besseres Trainingund werden intensiver durch einen neu einge­setzten leitenden Mönch vor Ort betreut.
  8. Der Kindergarten wurde mit neuem Spielzeug ausgestattet. In den vorherigen Jahren hatten die Kinder kaum Spielzeug und wurden nach dem alten burmesischen Schulsystem unter­richtet. Das besteht hauptsächlich aus dem Auswendiglernen von Texten und Üben von Schreibschrift. Dieses Jahr hat die neue demokratische Regierung eine Schulreform ange­kündigt.IMG_2451
  9. Angefangen wird mit dem Kindergarten. Alle Kita-Lehrer wurden vom Staat in kindgerechtem Unterricht  geschult. Alle Klassen sollten theoretisch mit neuem Unterrichts-material  ausgestattet werden. Dieses geschah jedoch nicht ausreichend. Deshalb haben wir für ca. 300 $ Kita-Material und Spielsachen gekauft.
  10. Weitere Investitionen Errichtung eines neuen Duschbereichs, Erweiterung des Mobiliars (Lehrerpults und Regale fürs Lager) und eine Hitzeschutzvorrichtung für das Dach sind nur einige Beispiele.

 

Das neue Mudita-Projekt

Myanmar befindet sich in einer Zeit des Wandels. Nach 60 Jahren Militärdiktatur öffnen sich die Pforten für die Demokratie und damit für die Welt. Die neue Regierung mit Aung San Suu Kyi (Friedensnobelpreisträgerin) reformiert das Land und unter anderem auch das Bildungs­system.DSC_6568_1024

 Was ist das Problem?

Wie ist unser Lösungsansatz?

 

Wie oben schon erwähnt, wurde an Burmas Schulen über die letzten 60 Jahre nur auswendig gelernt. Kritisches Denken und eigene kreative Ideen waren nicht erwünscht. Das soll sich jetzt ändern. Für ein neues demokratisches Burma braucht es selbst denkende Bürger mit einer guten Bildung und einer Offenheit für das Geschehen in der Welt.

IMG_2567Um den Bildungslevel in Burma anzuheben, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder müssen burmesische Lehrer im Ausland geschult oder westliche Lehrer nach Burma eingeladen werden. Für unsere neue Schule haben wir gleich beide Optionen gewählt. Wir schicken 5 unserer Lehrer für ein Englischtraining nach Australien. Ausländische Lehrer und Volontäre werden in der Mudita-Schule in Myanmar arbeiten.

Dieses Konzept fahren hunderte neuer Privatschulen in Myanmar. Die Schulen sind jedoch für die breite Masse der Bevölkerung unbezahlbar. Damit steht eine gute berufliche Karriere nur für die Oberschicht offen. Wir möchten eine Schule für Kinder aus benachteiligten Familien und Waisenkindern schaffen, die ein hohes Bildungsniveau liefert.

20160623_182854Die Schule wird wie AMO in einen klösterlichen Rahmen eingebettet sein. Damit wird sie von der lokalen Bevölkerung besser unterstützt und gefördert. Die Schulform „Klosterschule“ ist in Burma sehr häufig zu finden. Lange Zeit war sie fast die einzige noch existierende Schulform. Die Mudita-School wird eine westlich orientierte Privatschule werden, jedoch im Rahmen einer Klosterschule geführt werden. Somit können wir frei entscheiden, welche Strukturen wir aus der Klosterschule für heilsam empfinden und übernehmen möchten.

Grundidee:

Dieser klösterliche Rahmen vermittelt buddhistische Werte wie Nächstenliebe, Bescheiden­heit und ein harmonisches Miteinander. Besonders als buddhistischer Mönch liegt es mir am Herzen, diese Werte zu bewahren und zu fördern. Neben der Besinnung auf die alten Weisheitslehren des Buddhas öffnet sich die Schule auch der modernen Welt. Die Haupt­sprache und alle Unterrichtsmaterialien werden auf English sein. Der Unterricht wird unterstützt mit Computern, Projektoren und modernen Lehrmethoden. Diese PC-Classes wurden auch schon mit Erfolg in einem Testprogramm in AMO durchgeführt.

2015_6$largeimg05_Jun_2015_004736887Somit bewahren wir die alte buddhistische Weisheitslehre und führen sie zusammen mit dem modernen Wissen unserer Neuzeit. Auch in unserer westlichen Kultur steckt viel Weisheit. Wir haben es z.B. umgesetzt in alternativen Energien, cleveren Lehrmethoden und ganzheitlicher Medizin.

 

Dieses Wissen hat unsere westliche Kultur in der Neuzeit sehr positiv beeinflusst. Für die Mudita-School picken wir uns diese besten Stücke der modernen westlichen Welt heraus und pflanzen sie auf burmesischen Boden. Diese sind z. B. neue Lehransätze wie der „Child Centered Approach“ (Stichwort: Maria Montessori, Förderung der Individualität und Gemeinschaft.

In der Landwirtschaft: Permakultur (Schaffung von naturnahen, nachhaltigen Kreis­läufen). Solche „Farmen im Wald“ gibt es schon einige in der Inle-Region. Diese müssen nur weiter erforscht und gefördert werden. Ich habe selber einige Jahre auf einer Bio-Farm in Heidelberg mitgearbeitet, wo wir diese Ansätze gelebt haben. schau mal hier

Mudita-Education-Center

Die Grundidee war es, die Mudita School in Kombination mit einem Waisenheim zu bauen, nach dem Vorbild von unserem verbesserten Aung Myae Oo. Nach dem Besuch der Inle-See-Region hat sich unser Konzept jedoch schnell erweitert. Es gibt einen großen Bedarf an Englisch- und Computer-Kursen. Neue Berufe wie Tourist-Guide, IT-Spezialist, Kranken­pfleger etc. sind sehr gefragt. Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind im Moment jedoch noch sehr begrenzt. Für die große Unterschicht  der burmesischen Bevölkerung bleiben diese Möglichkeiten meist verschlossen. Diese Tür möchten wir besonders für arme Familien weiter öffnen.

 

Deshalb werden wir neben der Mudita-School das Mudita-Trainings- Center (ein Aus-und Weiterbildungszentrum) errichten. Dort werden wir mit Englisch-Unterricht und PC-Training beginnen. Später können weitere Sprachen hinzukommen. Medizinisches Wissen sowie Hygiene-Kurse werde ich persönlich anbieten. Kurse zu gesunder Lebensführung und Umweltschutz gehören genauso zum Programm wie Community Care und Human Rights. Das Curriculum für diese Fortbildungen wird bereit­gestellt von UNICEF und anderen Hilfsorganisationen.

20160615_115052Die Grundstücke für diesen Komplex sind uns vom Abt des Klosters bereits gespendet worden. Das Land wurde bereits vermessen und abgesteckt und besteht aus knapp einem Hektar Land mit Infrastruktur.

 

Leben und Lernen:

In der Mudita-School ist jeder Lehrer auch Schüler. Das Prinzip ist „Mudita: the joy of sharing“ (die Freude am Teilen). Wissen erwerben und weitergeben. Wir starten zunächst mit 2 Kindergarten-Klassen zu je 30 Kindern. Die Lehrer werden zu 50 % im Unterricht sein und zu 50 % in der Unterrichtsvorbereitung auf das nächste Schuljahr. Jedes Jahr wird die Mudita-School um einen Jahrgang wachsen. Um die Qualität des Unterrichts ständig zu verbessern, müssen wir unser eigenes Lehrer-Training-Center aufbauen und das Curriculum für unsere Schule selber schreiben bzw. anpassen.

DSC_7182_1024Wir arbeiten mit der Monastery Education High School Phaung Daw Oo in Mandalay zusammen. Die Schule arbeitet eng mit NGO Teaching Teams aus Europa und den USA zusammen. Auch die deutsche Regierung fördert PDO. Einige der neuen ausschließlich in englischer Sprache angebotenen Bildungsprogramme könnt ihr hier finden (siehe die PDO Webseite . FFT Fast Track Cases oder TTC Teacher-Training-Center). Das Curriculum der verschiedenen Fächer können wir als Grundlage verwenden und noch weiter verbessern. Der Focus in der Mudita-School wird auf der Qualität des Unterrichts liegen. Wir wollen ein Pilot-Projekt schaffen, das später auch an anderen Schulen durchgeführt werden kann. Um den Standard der Bildung in Myanmar zu erhöhen, müssen wir Zeit und Ressourcen darauf verwenden, bestmögliche Lehrpläne und Lehrmethoden zu entwickeln.

Dieses Prinzip gilt auch für das Fortbildungszentrum. In Workshops werden wir gemeinsam das Curriculum für den jeweiligen Kurs entwerfen bzw. überarbeiten. Dafür werden Experten aus dem jeweiligen Gebiet eingeladen und das Wissen weitergegeben.

 

Ausländische Volontäre und Lehrer

… werden ein wichtiger Teil des Projekts sein. Bei unserem letzten Hilfseinsatz in AMO waren 3 westliche Mönche und 2 Volontäre (aus Deutschland und den USA) vor Ort. Wie oben erwähnt, bringen die Westler ein Wissen mit, das in Myanmar dringend benötigt wird. Die Volontäre selber suchen nach einem Platz, an dem sie helfen und ihr Wissen weiter­geben können. Oft ist es gar nicht leicht für Volontäre, einen geeigneten Platz zu finden, an dem sie ihren Service leisten können. An Schulprojekten in Thailand müssen die Volontäre teilweise hohe Beträge zahlen, um unterrichten zu dürfen.

20160623_173528Bei uns werden die Volontäre Unterkunft und Essen gestellt bekommen. Das Lehrmaterial können Sie schon vor ihrer Anreise per Email erhalten und sich auf ihren Einsatz in der Mudita-School vorbereiten. Somit können die lokalen Lehrer und ausländischen Volontäre synchronisiert werden. Die Eingliederung in den Lehrablauf wird damit wesentlich reibungs­loser verlaufen.

Da der zweitgrößte Markt der Region (ein Touristen Hot Spot) direkt an das Kloster angrenzt, werden auch viele Besuchergruppen in der Schule erwartet. In AMO kommen häufig Besuchergruppen mit teils über 100 Personen ins Kloster und in die Schule. Ab und zu sind einige dabei, die gerne bleiben möchten, um mitzuhelfen. Diese Kurzzeit-Helfer können in einfachen Bereichen des Unterrichts integriert werden wie z. B. den Kindergarten oder im Englischunterricht. Die Spenden von den Touristengruppen leisten einen wesentlichen Beitrag zu der Klosterkasse. Auf diese Spenden ist die Mudita-School angewiesen, da sie komplett von Spendengeldern finanziert wird.

Eine dritte Gruppe sind die qualifizierten Lehrer, die in einem speziellen Fachgebiet ausge­bildet sind. Englische Muttersprachler sind z. B. schon von Haus aus geeignet für die Sprachkurse im Teaching-Center. Diese Lehrer können eine Festanstellung bekommen und eine Abteilung in der Schule leiten.

DSC_7599_1024Auch Mönche bringen aus ihrem Laienleben Qualitäten mit, die sie einsetzten können, wie  z. B. Vidita Dhamma, mit dem ich das Projekt zusammen organisiere. Er ist Tischler und Zimmermann. Er wird sein Wissen in einem Handwerkskurs weitergeben. Lehrer für Computer bekommen wir aus AMO. Diese können auch mit ausländischen Volontären zusammenarbeiten. Windows und die Office-Programme sind den meisten Westlern gut bekannt. Sie können dieses Wissen recht einfach an die Burmesen weitergeben und damit eine große Hilfe leisten. Gerade im IT-Bereich sind die Möglichkeiten sehr vielseitig.

Auch die Zuarbeit von Volontären aus Deutschland oder anderen Ländern der Welt ist möglich. Wir werden unsere Aktionen per Video und Bilder transparent halten und auf sozialen Netzwerken und unserer Webseite posten. Mit Video- und Foto-Bearbeitung könnt ihr uns z. B. vom Sofa in Deutschland aus unterstützen. Wer Erfahrung auf einem speziellen Gebiet hat, kann ein Curriculum erstellen oder sich online an einer Arbeitsgruppe beteiligen.

Stamm-Team der burmesischen Lehrer:

Aus AMO werden 5 Lehrer zu uns stoßen. Ende des Jahres werden sie für 4 Monate nach Australien gehen, um ihr Englisch aufzubessern und die westliche Kultur besser kennenzu­lernen. Eine Lehrerin wird für ein Jahr als Au-pair-Mädchen in die Schweiz gehen und später in unserer Schule Deutsch unterrichten.

Mit zwei weiteren Lehrern aus der Region am Inle-Lake hatten wir schon ein Bewerbungs­gespräch. Auch mit interessierten Lehrern aus Yangon haben wir Vereinbarungen getroffen. An lokaler Lehrerunterstützung mangelt es also nicht.

 

Mudita-Dhamma-Center

Warum ein Heilzentrum zusammen mit Meditationszentrum?

Als Heilpraktiker verfolge ich einen ganzheitlichen Ansatz von Gesundheit für Körper, Geist und Seele (bzw. höherer geistiger Aspekt). In den vergangenen Jahren habe ich hauptsächlich in “Pa Auk International Meditation-Centre” in Süd-Myanmar gelebt. Es ist das größte Meditationzentrum Myanmars mit bis zu 1500 Mönchen, Nonnen und Laien. Dort haben viele Mönche körperliche Probleme vom langen Meditieren und einem ungesunden Lebensstil. blocked-chakras1

Deshalb habe ich manuelle Therapien für meine Brüder angeboten. Thai- Massage, Schröpfen, Neuraltherapie. Auch führen wir dort regelmäßig Fastenkurse durch. (10 Tage Wasserfasten/Leberentgiftung etc.). Diese Therapien haben zusammen mit einem Yogatraining einen sehr positiven Effekt auf das Wohlbefinden und damit auch auf die spirituelle Entwicklung der Mönche. In “Buddhas Weg”, meinem deutschen Kloster in der Nähe von Heidelberg, ist ein Heil- und Seminarzentrum angeschlossen.

http://www.buddhasweg.eu/ Auch dort biete ich in meinen Retreats Yoga und teils manuelle Therapien an. Ich konnte mich daher selber davon überzeugen, dass dieser ganzheitliche Ansatz in Asien und in Europa zu guten Ergebnissen führt.

Gesundheits- und Meditations-Zentrum:

Räumlich getrennt, ca. 15 min. von der Mudita-School entfernt, wird das Heil-, Gesundheits-und Meditationszentrum entstehen. Dort liegt das Kloster Mein Thaut. Ein traditionelles Ausbildungszentrum für ca. 30 Novizen. Der Abt hat uns eingeladen, dort mit ihm zusammen ein Meditationszentrum für westliche Mönche und Laien aufzubauen. Ca. 10 Häuser mit kompletter Infrastruktur bestehen bereits. Wir werden weitere Gebäude errichten; außerdem eine Meditationshalle und einen Speisesaal.

DSCF2722Für die angebotenen Therapien werden kaum Materialien benötigt. Manuelle Therapien wie Thai-Massage, Schröpfen, Neutral-Therapie und TCM habe ich schon in meinem Hauskloster für die Mönche angeboten. Diese wurden unterstützt von Collon Hydro und Eigenblut-therapie. In Thailand habe ich an einer Leberreinigungskur teilgenommen. siehe Tunya Samui Detox Center

Später habe ich diese Leberreinigung auch in Pa Auk angeboten.  All diese Verfahren sind unkompliziert, kostengünstig und können leicht erlernt und weitergegeben werden. Auch Yoga gehört für mich zum ganzheitlichen meditativen Leben dazu. Eine tägliche Praxis-Session wird Teil unseres Tagesablaufs werden.

 

Meditation:

Mindfullness-Kurse und buddhistische Psychologie sind auch im Westen sehr beliebt. Hier sind die buddhistischen Mönche in ihrem Metier. Wie heilsam Meditation und Achtsamkeitstraining sein kann, entdeckt die westliche Medizinforschung gerade erst. In Asien sind diese Weisheitslehren seit 2500 Jahren bekannt. Die Meditation ist Zentrum unserer Mönchskultur und -praxis. Es ist die Aufgabe der Mönche, dieses Wissen zu bewahren, es zu leben und weiterzugeben.

Wir werden 3-Tages-,  10-Tages-Retreats und Self-Retreats anbieten. Diese Kurse stehen gleichermaßen für unsere Mönche als auch für Volontäre und Besucher zu Verfügung. Wir werden auch Dhamma-Vorträge und Seminare anbieten. Alle Kurse und Retreats werden traditionell ausschließlich durch Spenden finanziert. Auch hier gilt das Prinzip des Teilens. „Mudita the joy of sharing“. Wir freuen uns über Dhamma-Vorträge von Gastrednern und sind offen für neue Meditationstechniken.

 

Western monk community:

Als westlicher Mönch habe ich lange nach einem Kloster gesucht, in dem sich die westliche Offenheit mit der authentischen asiatischen Mönchskultur mischt. In Asien ist der Aspekt des Glaubens und der Hingabe sehr stark. Im Westen kommt die Weisheit und die Kontemplation mehr zur Geltung. In dem Mudita-Dhamma-Center können diese beiden Aspekte gleichermaßen gelebt werden.

In Mein Thaut haben wir genügend Raum und Kapazität, eine große Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen zu beherbergen. Etwa 10 Mönche können jetzt schon in die noch leerstehenden Häuser einziehen. Mönche und Nonnen aus allen Nationen sind willkommen. Es werden jedoch besonders Mönche und Nonnen aus dem Westen sein, die das Mudita-Dhamma-Center anziehen wird. Wer ordinieren und bei uns in der Gemeinschaft als Mönch oder Nonne leben möchte, ist auch herzlich willkommen. Die burmesische Sangha (Mönchsgemeinschaft) in unserem Kloster wird die Ordination durchführen und den jungen Mönchen ein gutes Training ermöglichen. Ältere westliche Mönche können ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. Auch hier wird die Balance zwischen alter Tradition und modernem Mönchstum deutlich.

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In der Mönchsgemeinschaft wird es verschiedene Interessengruppen geben. Einige Mönche lieben es zu chanten, andere, Roben selber zu nähen oder auf Mönchswanderschaft zu gehen. In unserem Kloster werden wir die Möglichkeiten schaffen, um diesen Interessen freien Raum zu geben. In der nahen Umgebung gibt es z.B. viele Höhlen, die zu hervorragenden Retreatplätzen ausgebaut werden können. Ich selber liebe die Mönchswanderschaft „Tudong“ und die asketischen Praktiken. Einen Bericht davon findest du hier. Das einfache Leben in der Natur schafft Freiheit und Glück, das ich auch anderen Mönchen gerne zeigen möchte zeigen möchte.

Das Projekt Mudita schlägt diesen weiten Bogen, um die Weisheitslehre in alle Aspekte unseres modernen Lebens zu bringen und damit weiterleben zu lassen.

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